Wandern auf dem Wittgensteiner Schieferpfad

Wandern auf Felsenpfaden über dem lieblichen Edertal

Vergangene Grubengeschichte in Raumland bei Bad Berleburg

Der Wittgensteiner Schieferpfad, ein Premium-Wanderweg, wird als abwechslungsreich und anspruchsvoll beschrieben. Das Projekt Wanderweg entstand ursprünglich aus einem Schulprojekt der Hauptschule Bad Berleburg. Er führt über eine ehemalige Bahntrasse, durch drei Naturschutzgebiete, in felsige Steilhänge, stillgelegte Schiefersteinbrüche und Schieferhalden.

Felsige Steilhänge, Steinbrüche, Schieferhalden

Wittgensteiner Schieferpfad im Oktober

Lange schon wollte ich den Wittgensteiner Schieferpfad laufen – heute ist eine nette kleine  Wandergruppe zusammen und das Wetter scheint auch trocken zu bleiben.

Wittgensteiner Schieferpfad-Bad Berleburg Raumland

Wittgensteiner Schieferpfad – Wanderparkplatz Bad Berleburg Raumland

Start ist am Wanderparkplatz in Raumland unterhalb des Schaubergwerks an der Eder. Hier parken wir zwischen alten Schieferhalden und den schönen Ederauen. Ein Kunstwerk gibt es hier und Hinweistafeln.

Los geht es ederabwärts auf einer kleinen Straße. Aber schon nach wenigen Metern, man muss den ganzen Schieferpfad über gut auf die Fledermaus-Schilder achten, steigt ein Pfad links hoch auf die alte Bahntrasse, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gebaut wurde. In dicht bewachsenen Wald führt uns der Weg durch einen Tunnel, der zur Entwässerung des Bahndamms diente. Dahinter stehen wir am hellen, lieblichen Ufer der Eder mit ihren Auwiesen.

Wittgensteiner Schieferpfad - Eder

Nach einen schmalen Tunnel stehen wir am Ufer der Eder

Nach der Überquerung der Straße gelangen wir in das Naturschutzgebiet Honert. Hier geht es hinauf in den steilen Wald, kleine Felsen ragen aus dem belaubten Waldboden, Vorfreude auf die versprochenen Fels-Attraktionen kommt auf.

Wittgensteiner Schieferpfad Naturschutzgebiet Honert

Wittgensteiner Schieferpfad – die ersten Felsen.

Wir laufen am steilen Hang hoch über der Eder und der alten Bahntrasse auf dem so genannten Feuerweg. Er wurde angelegt, um die Böschungen an der Trasse schnell löschen zu können, die Funken der Dampfloks steckten die trockenen Gräser und Büsche leicht in Brand.

Wittgensteiner Schieferpfad

Wittgensteiner Schieferpfad

Am Wegrand ist ein Lüftungsloch für das Stollensystem im Berg. Leider keine Taschenlampe dabei, sonst könnte unser jünster Wandersmann ein bisschen weiter reinklettern. Schöne Ausblicke auf die gegenüberliegenden Wiesen und gute Laune!

Am Ende des Feuerwegs geht es links steil bergauf durch eine Waldschneise. Hier treffen wir einen Wanderer, der uns verspricht: „Das wird noch viel toller da oben.“
Dann gehen wir über einen verschlungenen Pfad in einen schönen Eichenwald voller wilder Felsklippen. „Braut und Bräutigam“ heißen die Felsen hier.

Wittgensteiner Schieferpfad - bizarre Felsen

Wittgensteiner Schieferpfad – bizarre Felsen

 Die teilweise knorrigen Bäume krallen sich in die Felsritzen

Die knorrigen Bäume krallen sich in die Felsritzen.

Wittgenstein Schieferpfad - auf dem Plateau  "Erhabenheit"

Wittgenstein Schieferpfad – auf dem Plateau „Erhabenheit“

Auch bei eher fahlem Licht leuchten die Herbstfarben

Auch bei eher fahlem Licht leuchten die Herbstfarben

Nach diesen schönen Felsen geht es auf dem schmalen Pfad weiter durch einen lichten Laubwald, der schon herbstliche Farben trägt.

Wittgensteiner Schieferpfad - durch lichten Laubwald

Wittgensteiner Schieferpfad – durch lichten Laubwald

Nun folgt eine freie Kyrill-Fläche, die weite Aussicht bietet bis zum Steinbruch Raumland.

Wittgensteiner Schieferpfad - Blick zum Steinbruch Raumland

Wittgensteiner Schieferpfad – Blick zum Steinbruch Raumland

Wittgensteiner Schieferpfad

Wittgensteiner Schieferpfad

Nach einer kurzen Rast bei einer Bank steigen wir ab ins Bilsterbachtal und halten uns dann rechts auf einem schönen Waldweg entlang des Meckhäuser Bachs.

Wittgensteiner Schieferpfad entlang des Meckhäuser Bachs

Wittgensteiner Schieferpfad entlang des Meckhäuser Baches

Wittgensteiner Schieferpfad Abzweig zum Wächterstein

Wittgensteiner Schieferpfad Abzweig zum Wächterstein

Wir kommen in das Naturschutzgebiet Fredlar und hier folgen wir einem kleinen Abzweig zum Wächterstein, einer mächtigen Felsklippe inmitten dichter Bäume.

Wächterstein, einer der vier Bilsteine

Wächterstein, einer der vier Bilsteine

Schon bald kommt der nächste Abzweig in einen alten Steinbruch, beeindruckend die steilen, terrassierten Wände, in denen damals der Schiefer in Handarbeit abgebaut wurde.

Wittgensteiner Schieferpfad Steinbruch im NSG Fredlar

Wittgensteiner Schieferpfad Steinbruch im NSG Fredlar

Dann laufen wir an ausgedehnten Schieferhalden vorbei, schön der Kontrast des dunkelgrauen Schiefers und der leuchtend warmen Herbstfarben.

Wittgensteiner Schieferpfad: leuchtende Herbstfarben

Leuchtende Herbstfarben über grauem Schiefer.

Wittgensteiner Schieferpfad: Schieferhalden im NSG Fredlar

Wittgensteiner Schieferpfad: Schieferhalden im NSG Fredlar.

Fasst meinen wir, schon wieder am Parkplatz in Raumland anzukommen, aber nein, wieder laufen wir den Berg hinauf, diesmal in einen Buchenhochwald.

iner Schieferpfad Buchenhochwald

Wittgensteiner Schieferpfad Buchenhochwald

Wir folgen der Fledermaus nach rechts und kommen an den Kopf einer großen Felsenklippe. Neben dem Weg ist ein Labyrinth aus Steinen gelegt – ein magischer Ort zwischen hohen Stämmen.

Felsenklippe am Wittgensteiner Schieferpfad

Felsenklippe am Wittgensteiner Schieferpfad

Felsenklippe am Wittgensteiner Schieferpfad

Felsenklippe am Wittgensteiner Schieferpfad

Von hier aus geht es weiter zum Berg Fredlar, auch dort wieder ein Felsen (576 m) mit schöner Aussicht. Es folgt ein steiler Abstieg, an dessen Ende felsige Wagenspuren der Erzkarren, die hier bergab so stark gebremst werden mussten, dass die eisenbeschlagenen Räder wie Kufen rutschten; die Straße von Berleburg nach Marburg verlief hier.

Alte Straße: Wagenspuren im Fels

Alte Straße: Wagenspuren im Fels

Dieser Straße folgen wir und kommen ins Steinbachtal, ausladende Höfe und Viehweiden erscheinen uns freundlich nach der schroffen Felsenwelt. Nun sind wir schon etwas langsamer und müde – und folgen der Fledermaus auf breiten Wegen .

Wittgensteiner Schieferpfad Steinbachtal

Wittgensteiner Schieferpfad Steinbachtal

Jetzt sind wir schon mehr als 6 Stunden unterwegs, wir haben einige Pausen gemacht, viel fotografiert und natürlich auch viel  geredet. Und nun, gegen 18.00 Uhr erreichen wir noch das Naturschutzgebiet Hörre, die ehemalige Schiefergrube Hörre und den Tagebau Limburg. Hier gibt es wieder Felsen, Steinbruch, Halden und sehr schön malerische Mauern. Aber nun wird es bei diesem trüben Wetter schon zu dunkel zum Fotografieren. Also steht fest: hier muss ich noch einmal hin kommen und Fotos machen!

NSG Hörre: schöne Bäume im letzten Licht

NSG Hörre: schöne Bäume im letzten Licht

Im NSG Hörre leben zahlreiche Fledermausarten, es ist eines der bedeutendsten Fledermaus-Schutzgebiete NRWs. Das kann man sich angesichts der vielen Spalten und Öffnungen im Fels des Steinbruchs und einiger tiefer Stollen sehr gut vorstellen.

Unser Wanderzeichen - die Fledermaus

Unser Wanderzeichen – die Fledermaus

Die Fledermaus als unser Wanderzeichen, hat uns nicht im Stich gelassen, wir brauchten nur einige Aufmerksamkeit, sie auch immer zu bemerken.

Felsen im Tagesbruch Hörre im November

Felsen im Tagesbruch Hörre im November

Der Wittgensteiner Schieferpfad ist ein besonderer Wanderweg. Unter den Wanderwegen im Kreis Siegerland-Wittgestein hebt er sich deutlich ab durch die sehr abwechslungsreiche und spannende Wegführung mit fast alpinen Abschnitten, durch die wilden Felsen inmitten der herrlichen Wälder, im Wechsel mit den Resten der Grubengeschichte Raumlands. Er ist durchgängig gut gekennzeichnet mit einigen Informationen am Wegrand.
Auf dem Schiefersteig werde ich jedenfalls noch mal laufen, vielleicht auch in der entgegengesetzten Richtung. Und dann auch die fehlenden Fotos (bei hoffentlich besserem Licht) nach holen!

Tagesbruch Hörre

Tagesbruch Hörre

Wanderzeichen: schwarze Fledermaus auf weißem Grund
Länge: ca. 15 km
Gehzeit: 5 -7 Stunden, je nach Lust, Kondition und Fotolaune

Links
www.touristik-bad-berleburg.de r Link
www.bad-berleburg.de r Link
www.schieferschaubergwerk.de/ r Link
http://www.wanderinstitut.de/ r Link