Eine Wanderung auf die Zugspitze

Von Garmisch-Partenkirchen durch die Partnachklamm und das Reintal zur Zugspitze

Wildes Wasser, ein liebliches Tal und wunderbare Aussichten

Wettersteingebirge ZugspitzeWir wollten auf den höchsten Berg Deutschlands wandern.
Am Abend vorher hatten wir den Hüttenwart der Knorrhütte angerufen, ob er noch Platz hätte – er hatte wohl schon kein freies Bett mehr, war aber guter Dinge, bisher wären immer noch alle untergekommen. Also sind wir früh morgens um sieben gut gelaunt aufgebrochen.

Partnachklamm Garmisch-PartenkirchenVom Camping Grainau zunächst mit dem Auto nach Garmisch-Partenkirchen zum Olympia-Stadion. Dort konnten wir gut parken. Als erstes, ganz schön frisch am frühen Morgen, ging es durch die Partnachklamm. Eintritt mussten wir noch keinen bezahlen, nachts ist die Partnachklamm offen, wir hatten den Weg für uns allein. Sehr zügig sind wir durch die feuchte Kühle gelaufen und waren froh, als sich am Ende das sonnige Reintal öffnete.

Garmisch-Partenkirchen ReintalIm Reintal sah die Welt gleich ganz anders aus: Sandbänke, Wasserfälle, sonnig breitet sich das weite Tal zwischen den schönen Bergen aus. Die wunderbaren weissen Steine leuchten in der Sonne. Der Weg ist hier breit, daher gabs in dieser Ferienzeit einigen Mountainbike Verkehr. Nach gut 2 Stunden kommt die erste Jause, die Bockhütte. Wir waren aber noch frisch und munter und sind weitergezogen. Immer entlang der Partnach steigt das Tal leicht an, für eine Weile verschwindet die Partnach kurz, es wird stiller im Tal, je länger wir laufen umso schöner die Landschaft.

Die Reintalangerhütte Garmisch-PartenkirchenSchließlich, nach ungefähr 4,5 Stunden erreichen wir die Reintalangerhütte [1367 m]. Hier flatterten Gebets-Fähnchen im Wind, standen Gartentischchen und Stühle vertreut um die Hütte und am Strand der Leussach. Eine sehr ruhige, zauberhafte Mittagsatmosphäre umgab uns. Wir haben unser Proviant verspeisst und auf der Wiese einen erholsamen Mittagsschlaf gehalten.

Die Knorrhütte Garmisch-PartenkirchenDenn wir wollten an diesem Tag ja noch auf die Knorrhütte [2.057m] steigen. Und die ist noch fast 700 m höher, wir konnten sie vom Talende noch nicht sehen, genau wussten wir auch nicht, wie weit es noch sein würde. Nach 2,5 Stunden steilen Anstiegs waren wir froh, über die schon gut besetzte Terasse der Knorrhütte zu kommen. Der Wirt empfing uns freundlich, trotz der vielen Gäste. Wir suchten unsere Schlafplätze aus. Abends gab es ein leckeres Essen, ein großes kühles Bier und eine Dämmerung im Hochgebirge – sehr schön. Unser Schlafquartier war schon voll, als wir in den Schlafraum kamen. Aber alle sind zusammen gerückt und es gab noch drei handtuchgroße Plätzchen. Der laute Schnarcher im Raum wurde von einer Wandergruppe mit Gesang in Schach gehalten, viel Gekicher gabs noch, bis endlich Ruhe einkehrte. So mancher Gast hat auch im ruhigen Schankraum auf einer Bank übernachtet. Eine Hüttenübernachtung auf dem Weg zum höchsten Berg Deutschlands in der Sommerferien-Zeit ist ein besonderes Erlebnis!

Aufstieg zum Zugspitzplatt Am nächsten Morgen gings früh wieder los zum Zugspitzplatt. Die Sonne kam hervor, wir hatten einen sehr schönen Aufstieg in nun vegetationsarmer Landschaft. Etwas Schnee lag noch in den Ecken, es lief sich leicht und uns lachte in der Morgenfrische das Herz im Leibe.

 

zugspitzNun war es ja nicht mehr weit, nach kurzen 1,5 Stunden liefen wir über das Zugspitzplatt. Der Schneeferner war schon im Jahr 2002 winzig klein. Überall hier oben unüberseebare Spuren vom winterlichen Skibetrieb. Den letzten Abschnitt auf die Zugspitze sind wir damals mit der Gondelbahn gefahren, beim nächsten Mal wollen wir die gesicherte Kletterroute nehmen. [Inzwischen haben wir mehr Bergerfahrung.]

Schneefernerhaus ZugspitzeRechter Hand liegt am Berg unterhalb des Gipfels das Schneefernerhaus, futuristisch anmutendende Architektur in dieser kahlen Hochgebirgslandschaft. Ein ehemaliges Hotel aus dem Jahr 1931, seit 1996 umgebaut zur Umweltforschungsstation. Alles etwas James-Bond-mässig.

Münchner Haus auf der Zugspitze Von der Seilbahn aus gab es überwältigende Ausblicke auf die Zugspitz-Region. Oben auf der Zugspitze tummelten sich morgens um 10 Uhr schon viele Besucher. Die Alpenvereinshütte Münchner Haus, eröffnet 1897, mit meteorologischer Station, ist die höchste Hütte in den deutschen Alpen. Jede Fläche der Zugspitze ist zugebaut, den eigentlichen Gipfel kann man zuerst nicht entdecken. Beim Blick ins Höllental Gipfelkreuz war ein ziemliches Gedränge, wir verzichteten dort hoch zu steigen. Später zog sich der Himmel zu, wir haben noch einige “Innenbesichtigungen” gemacht und waren froh, am Morgen noch so hervorragende Aussicht genossen zu haben.
Talwärts sind wir langsam mit der ehrwürdigen Zugspitz-Zahnradbahn gefahren.

Toureninfo:
Gut markierte Wege, wenig schwierige Tour.
Im Sommer viele Mountain-Biker, überhaupt sehr begangene Route.
Olympia-Stadion: 710 m
Partnach-Klamm: 760m
Reintalangerhütte: 1366 m
Zugspitzblatt: 2600 m
Zugspitze: 2962 m

Weiterführende Links:
Zugspitze bei Wikipedia  r Link

Zur Beachtung: alle Touren und Tipps sind nur persönliche, subjektive Empfehlungen.
Unterschiedliche Informationsquellen und eigene Erfahrung sind unerlässlich beim Planen einer Bergtour.

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