Oberengadin & Bergell

Bergwandern im Oberengadin rund um Maloja – hoher Start für Bergwanderer

Das Oberengadin im Kanton Graubünden ist eine Seeplatte auf 1600 – 1800 m Höhe. Daher das ideale Wanderparadies. Die Gipfel sind ja schon so nah, die Aufstiege [relativ] kurz. Selten ist es hier oben heiss, meistens weht ein frisches Lüftchen, dass man zum Wandern gut brauchen kann. Die Seen haben die wunderbare Alpsee-Farbe, sind aber eiskalt und nur ganz Unempfindliche wagen dort zu baden.

Kulm, Maloja kurz vor dem Pass, im Hintergrund Piz Salecina

Am Rand des Oberengadins, im Passdorf Maloja, das schon zum Bergell gehört, geht es beschaulich zu. Vom Aussichtsturm Belvedere, in dem heute wechselnde Ausstellungen zu sehen sind, und vom Parkplatz des Hotel Kulm hat man den schönsten Blick über den Pass und das tief unten liegende Bergell. Neben dem Atelier Segantini lädt auch der Sentiero Segantini ein, das Werk des berühmten Malers Giovanni Segantini [1858 – 1899] kennen zu lernen. Der Graf Renesse hatte im 19. Jahrhundert große Pläne mit Maloja, er lies am Seeende das Maloja-Palaca als Sporthotel der Luxusklasse bauen, heute in Besitz einer belgischen Krankenversicherung, Jugendliche werden hierher zur Kur geschickt.

Die Stiftung Salecina am Ortsrand von Maloja in Orden Dent ist ein selbstverwaltetes Ferien- und Bildungshaus. 1971 gründeten Theo und Amalie Pinkus die Stiftung Salecina, die das Bauernhaus Orden, erbaut 1689, von der Familie Baldini kaufte. Im gleichen Jahr wurde hier, nach den schweren Unwettern 1927 und 1956, die immer wieder große Schäden im Bergell anrichteten, die grösste Hochwasser-Rückhaltemauer der Schweiz gebaut. 1972 wurde Salecina eröffnet. Seither ist das Haus immer wieder renoviert und erweitert worden. 1997 wurde „Culur“ von Gottfried Honegger auf der Staumauer installiert, neun jeweils einfarbige Metallsäulen und am Haus Salecina eine bunte Betonsäule.

Blick auf den Malojapass

Am Ortsausgang, nach der Kulmkanzel stürzt sich der Malojapass [1815 m] 200 Meter steil in 13 engen Kehren ins Bergell. Hermann Hesse beschloss auf der Kulmkanzel spontan über die Passstraße nach Italien zu wandern, damals war die Straße noch nicht so stark befahren. Von Chiavenna [325 m] in Italien steigt der Malojapass um 1482 m in ca. 40 km. 1820 wurde der Julierpass als Fahrstraße eröffnet, der Malojapass wurde 1828 erbaut. Damit löste diese neue Verkehrsverbindung endgültig die alte Straße über den Septimerpass ab.

Piz Lunghin [2780 m] und Piz de la Margna [3159 m] wachen am Ende des Oberengadins über dem Malojapass. Die Spazierwege rund um den Ort, zu den berühmten Gletschermühlen im Wäldchen, oder dem zauberhaften Cavloc-See, hier lässt sich geruhsam auf der Seeterasse sitzen, oder an einer der Grillstellen picknicken, bieten auch „gemächliche“ Urlaubsmöglichkeiten in dieser hohen Lage.

Links:
www.bregaglia.ch/de/maloja »
www.salecina.ch »
Oberengadin bei Wikipedia »

Wandertouren rund um Maloja

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Bergwandern im Bergell

… Vicosoprano, Bondo, Promotogno, Soglio, Castasegna …

Wandern im Bergell

Das Bergell ist ein tief eingeschnittenes Tal zwischen Maloja [1815 m] und Chiavenna [333 m] mit sehr interessanter und [noch] überall sichtbarer Kulturgeschichte. Der Hauptort ist Vicosoprano, in Stampa gibt es die Ciäsa Granda, ein umfangreiches Museum über Geschichte, Kunst, Kultur, Dichter und Maler des Bergells.

Die Grenze nach Italien verläuft in Castasegna. Castasegna hat 2003 eine Ortsumfahrung und damit einen neuen Grenzposten bekommen. Seither ist es still in dem malerischen Grenzdorf. Die lange vergessene Villa Garbald in Castasegna, Gottfried Sempers einzigem Bau südlich der Alpen, genutzt als Seminarzentrum von der ETH Zürich, wurde renoviert und um einen zweiten neuen, sehr gelungenen Bau erweitert.

Hotel Bregalia in Promotogno

Bondo, der Geheimtipp unter den Bergeller Dörfern liegt still und verträumt abseits der Passstraße und ist Ausgangspunkt für Wanderungen im Val Bondasca. Auf dem Dorfplatz kann man im Schatten bei der Osteria Salis an heissen Mittagen seinen Gedanken ungestört bei kühlen Getränken nachhängen. Es scheint, die Zeit geht hier langsamer. Kein Lärm und keine Hektik. Gelegentlich ein Auto, langsam, auf den superengen, gepflasterten Gassen.

In Promotogno lohnt es sich, der Terasse des Hotels Bregalia [1886 erbaut] einen Besuch abzustatten und den Flair vergangener Zeiten zu erleben. Das Hotel diente früher den Reisenden, die von Italien hoch ins Engadin unterwegs waren, als Zwischenstop, um sich zu akklimatisieren. Auch Anton von Rydzewski, ein russischer Bergell-Fotograf aus dem 19. Jahrhundert, verbrachte hier seine Urlaube. 2005 war im Belvedere-Turm in Maloja eine Ausstellung seiner Fotos.

Das Bergell wird nicht langweilig. Eine Wanderung von Maloja nach Chiavenna ist eine 40 km lange Reise durch wechselnde Landschaften und Kulturen. Oben im Engadin glänzt die Welt hart und klar in der Hochgebirgsluft. Still ist es im Oberengadin, kühl, karg und erhaben. Mit jedem Schritt tiefer, Richtung Italien, verändert sich die Luft, die Farben werden weicher und wärmer, die Vegetation üppiger. Maulbeerbäume, Kastanienwälder, vereinzelte Palmen und lärmende Lebendigkeit trifft man am unteren Ende des Bergells.

Bergwandern im Bergell

In Soglio steht die Zeit still, im Sommer auch oft die Luft in der Mittagshitze. Soglio lädt zum Träumen ein. Eine Wanderung durch das Val da Cam oder über den Sentiero Panoramico nach Soglio ist ein wunderbares Erlebnis.

Die berühmten Granitberge der Sciora-Gruppe mit Piz Badile, Piz Cengalo, Gmelli und Sciora sind ein Paradies für Kletterer. In Bondo kann man am Automat eine Erlaubnis kaufen und ins Val Bondasca zum höher gelegenen Parkplatz im Wald fahren. Von dort aus folgt ein langer Aufstieg zu den Hütten, entweder zur Capanna Sasc Furä und Capanna di Sciora. Im Sommer herrscht hier reger Kletterbetrieb.

Soglio über dem Bergell
Soglio – Sonnenterrasse über dem Bergell

Lesetipp für Bergell-Fans
Ursula Bauer, Jürg Frischknecht
Grenzland Bergell
Wege und Geschichten zwischen Maloja und Chiavenna.
Mit Fotos von Andrea Garbald
360 Seiten, Rotpunktverlag

Im „Grenzland Bergell“ werden auf sympatische und unterhaltsame Weise Touren für „normale“ Bergwanderer beschrieben. Mit Zeit- und Höhenangaben, Anreisehinweis zum Ausgangspunkt, Einkehrmöglichkeiten und Varianten. Ob anspruchsvolle Hochtour oder eher kleiner Spaziergang, für jeden Wanderer und jeden Ferientag ist etwas dabei.

„Grenzland Bergell“ ist nicht nur ein Wanderführer. Ob kulturell, kulinarisch, geschichtlich, architektonisch, soziologisch und was es noch so gibt: nach der Lektüre kennt der Bergell-Fan sich recht gut aus in seinem Lieblings-Tal! Wunderbare Geschichten von unbekannten und berühmten Menschen der Gegend finden sich im Buch. Klar gegliedert mit einem Kapitel Bergell von A-Z, sogar tröstliche Geschichten für den fernwehreichen Winter zuhause, bietet dieser Wanderführer.


Links

Bergell bei Wikipedia »
Capanna Sasc Furä »
bregaglia.ch/de/ »

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