Wanderung auf dem Kindelsbergpfad im Siegerland

Wandern auf dem Kindelsbergpfad im Siegerland

Wandern im Siegerland: Stollenmundlöcher und viele Hütten
Abwechslungsreiche Wegführung und eine schöne Pause mit Weitblick.

Vor Beginn der Wanderung haben wir uns den Flyer zum Kindelsbergpfad von der Kreuztaler Website geladen und mitgenommen. Die Stationen sind am Weg nur mit Zahlen markiert, alle Infos stehen im Flyer.

Wir starten beim Wanderparkplatz am Krankenhaus in Kredenbach. Dort laufen wir bergauf halb rechts durch die Wohnstraße und gehen bald über schöne Wiesen oberhalb von Kredenbach.

Kindelsbergpfad Station 1 "Am Weinberg", Siegerlande
Kindelsbergpfad Station 1 „Am Weinberg“

Hier oben ist auch gleich die erste Station „Am Weinberg“ und wir fragen uns, ob es hier mal so warm war, das in Kredenbach Wein angebaut wurde. Nach rechts kommen wir in den Wald, laufen bergab ins Loher Tal. Die Station 2, der Loher Weiher gehörte zur Loher Hütte, die Weiher wurden zur Energiegewinnung genutzt.

Kindelsbergpfad Station 2 "Loher Weiher", Siegerland
Kindelsbergpfad Station 2 „Loher Weiher“

Wir gehen links um den Weiher herum, steigen wir durch den schönen Laubwald bergauf und dann gibt es einen Abstecher durch den tiefen Steinbruch „Am Witschenberg“ (Stat. 3).

Stat. 3 "Am Witschenberg", Kindelsbergpfad im Siegerland
Stat. 3 „Am Witschenberg“, ein ehemaliger Steinbruch am Kindelsbergpfad

Nun geht es weiter durch hohen Fichtenwald zur Grube „Brüche“ (Stat. 4) am Fuß der Martinshardt, oberhalb von Müsen. Hier wurden Eisenstein, Zink und Kupfererze gefördert.

Grube Brüche Stollenmundloch "tiefer Stollen" am Kindelsbergpfad
Grube Brüche Stollenmundloch „tiefer Stollen“ am Kindelsbergpfad

Der „Tiefe Stollen“ wurde 1950 verschlossen, nur klares Wasser läuft noch aus dem schön renovierten Stollenmundloch. Hier steht auch eine ausführliche Tafel zur Grubengeschichte.

Grube Brüche am Kindelsbergpfad oberhalb von Müsen am Fuß der Martinshardt im Siegerland
Grube Brüche am Kindelsbergpfad oberhalb von Müsen am Fuß der Martinshardt

Von den Grubengebäuden sind noch die Grundmauern zu sehen, sie wurden 1893 abgebrochen und, da damals gerade bei einem großen Brand viele Häuser vernichtet wurden, in Müsen wieder aufgestellt. Unter hohen Bäumen stehen hier Bänke; es ist ein schöner Platz.

Auf dem Kindelsbergpfad unter hohen Buchen im Siegerland
Auf dem Kindelsbergpfad unter hohen Buchen
Springbrunnen im Waldpark Brombach über Müsen am Kindelsbergpfad
Springbrunnen im Waldpark Brombach über Müsen am Kindelsbergpfad

Weiter geht es durch hohe Buchenwälder zum „Springbrunnen“ im Waldpark Brombach (Stat. 5) mitten im Wald.

Kindelsbergpfad oberhalb von Müsen "Feldmann`s Tannen"
Kindelsbergpfad oberhalb von Müsen im Siegerland „Feldmann`s Tannen“

Schnell tauchen wir nun aus dem Wald auf und gehen entlang der schönen Wiesen (Feldmann`s Tannen, Stat. 6), mit Blick auf Müsen und den Rothaarkamm zum Parkplatz „Wilder Mann“ (Stat. 7). Hier war die Grube „Wilder Mann“, sie wurde 1911 geschlossen. Der Wildemänner Erbstollen (Entwässerungsstollen) hatte eine Bauzeit von fast 200 Jahren und eine Länge von ca. 3 km. Mehr als 15 Gruben wurden entwässert.

Grube "Wilder Mann" am Kindelsbergpfad in Müsen im Siegerland
Grube „Wilder Mann“ am Kindelsbergpfad in Müsen

Hier machen wir einen Schlenker über fast spektakulären Grubenlehrpfad und laufen über steil abfallende Grubenhalden durch schöne Haldenlandschaft. Feine Moose wachsen hier üppig.

Moose auf den Halden der Grube "Wilder Mann" in Müsen, Siegerland
Moose auf den Halden der Grube „Wilder Mann“ in Müsen

 

Wandern auf dem Kindelsbergpfad

Durch schattigen Fichtenwald laufen wir auf dem Grubenlehrpfad steil bergauf, vorbei an den „Müsener Klippen“. Freistehende Felsen aus erzfreiem Gestein und tiefe Löcher im Boden sind eindrucksvolle Spuren mittelalterlichen Bergbaus. Hier wird deutlich, wie schwer und gefährlich die Arbeit unter Tage war.

Kindelsbergpfad /Grubenlehrpfad bei Müsen: Müsener Klippen
Kindelsbergpfad/Grubenlehrpfad bei Müsen: Müsener Klippen

Auf dem Grubenpfad finden sich sehr informative Schautafeln am Wegrand. Die Station 8 ist bezeichnet die Grube Stahlberg, die jahrhundertelang für die Menschen der umliegenden Dörfer ein wichtiger Arbeitgeber war.

Kindelsbergpfad auf dem Weg zur Martinshardt
Kindelsbergpfad auf dem Weg zur Martinshardt

Nun wird es bald lichter, die Sonne scheint durch die Fichten, wir laufen munter bergauf und ein frischer Wind weht hier oben. Froh und etwas schnaufend erreichen wir die Martinshardt (616 m). Hier gibt es noch weite Blicke auf den Rothaarkamm. Und dann die Überraschung auf „Gipfel“ der Martinshardt (Stat. 9): ein Gipfekreuz, ein Gipfelbuch und ein „Manderl“! Nur keinerlei Aussicht – die dicht stehenden Fichten versperren leider die Sicht.

Kindelsbergpfad : Gipfelkreuz auf der Martinshardt im Siegerland
Kindelsbergpfad: Gipfelkreuz auf der Martinshardt

Nach kurzem Verweilen, Lesen und Schreiben im Gippfelbuch geht es weiter über den Höhenweg, dann noch einmal etwas bergab zum Parkplatz Kindelsberg (Stat. 10), jetzt müssen wir leider die Straße zum Kindelsberg-Turm hochlaufen. Aber das ist schnell geschaft und wir freuen uns (wie jedesmal) über ein Wiedersehen mit dem Turm.

Kindelsberg Turm
Kindelsberg Turm (22 m hoch) und Restaurant

Der Kindelsberg (Stat.11), 618 m hoch, ist ein mächtiger freistehender, markanter Berg, den man von vielen Stellen im Siegerland sieht. Der Turm, den man auch besteigen kann (für 50 Cent Eintritt), ist 22 m hoch, wurde auf Intitiative des SGV erbaut und 1907 eingeweiht. Heute ist der Kindelsberg Turm das Wahrzeichen der Stadt Kreuztal.

Blick vom Kindelsberg Turm Richtung Siebengebirge
Blick vom Kindelsberg Turm Richtung Siebengebirge

Vom Turm aus hat man bei gutem Wetter ein grandiose Aussichten bis zum Siebengebirge. Aber hier oben gibt es auch leckeres Essen, das lassen wir uns erst mal schmecken, bevor wir auf die Aussichtsplattform steigen.

Blick vom Kindelsberg Turm Richtung Rothaargebirge
Blick vom Kindelsberg Turm Richtung Rothaargebirge

Nach diesen Ausblicken freuen wir uns auf den Abstieg Richtung Ferndorf, der hinter dem Turm steil vor uns liegt. Dank Kyrill auf einer freien Fläche, die Weite bleibt uns noch ein bisschen erhalten.

Der Abstieg vom Kindelsberg - Blick zurück
Der Abstieg vom Kindelsberg – Blick zurück

Dann gelangen wir auf der Ferndorfer Seite des Kindelsberges wieder in den Wald und kommen an den schönen Waldesruh-Hütten vorbei (Stat.12). Hier war die Grube „Gottessegen“ und die Ernsdorfer Zeche, ein Stollen dient heute der Wasserversorgung des Kindelsberg-Restaurants.

Hütten Waldesruh, Grube Gottessegen, Kindelsberg
Hütten Waldesruh, Grube Gottessegen, Kindelsberg

Weiter geht es zur Station 13 „Wilhelmsruh“, kleine Mauern am Wegrand und eine Bank ohne Lehne, als Rastplatz in der NS-Zeit angelegt.
Nun kommen wir zur Grube „Strumpf“ (Stat. 14), eine der ältesten Gruben des Müsener Reviers. Der Stollen wurde bis 1911 benutzt und ist noch sichtbar.
Wenige Meter später folgt die Grube „Glücksanfang“ (Stat. 15), hier wurden, wie fast in allen Gruben Eisen-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Silbererze abgebaut.

Grube Strumpf am Kindelsberg Pfad
Grube „Glücksanfang“ am Kindelsberg Pfad

Bei der Station 16, der „Glückanfanger Rötsche“, den ehemaligen Halden der Grube und heute ein Heidegebiet, steht eine Bank und es gibt noch mal einen Blick zurück zum Kindelsberg.

Glücksanfanger Rötsche, Kindelsbergpfad
Glücksanfanger Rötsche, Blick zum Kindelsberg

Nun folgt links der Abstecher über die schön bewachsenen Halden zur Grube „Jungermann“ (Stat. 17).

Grube Jungermann am Kindelsbergpfad
Abstecher zur Grube Jungermann am Kindelsbergpfad

Als nächstes erreichen wir die Grube „Sonnenberg“ und die „Sonnenberger Rötsche“ (Stat. 18), wieder eine heidebewachsene Haldenlandschaft.

“Sonnenberger Rötsche” am Kindelsbergpfad
“Sonnenberger Rötsche” am Kindelsbergpfad

In den 50iger und 60iger Jahren ist die Ferndorfer Jugend auf den Halden Ski gelaufen. Hier stehen heute Picknick-Bänke, es gibt aber gemütlichere Orte am Weg zum Pause machen.

Grube Kuhlenberg am Kindelsbergpfad
Grube Kuhlenberg am Kindelsbergpfad

Es folgt eine weitere Grube linkerhand, die Grube „Kuhlenberg“ (Stat. 19), bis 1885 stand hier noch das Zechenhaus, heute ist nur das eingefallene Stollenmundloch sichtbar.

Hübsche Pilze leuchten am Weg
Hübsche Pilze leuchten am Weg

Und weiter gehts zu Station 20, der Martinshütte und den Gruben „Abraham“ und „Friedrichshoffnung“. Der Stollen Friedrichshoffnung liefert heute das Wasser für die Martinshütte. Die nächste Grube ist die Grube „Theodora“ mit gleichnamiger Hütte (Stat. 21).

Grube Theodora am Kindelsbergpfad
Grube und Hütte Theodora am Kindelsbergpfad – ein schöner Platz für eine Pause.

Der verfallene Stollen der Grube „Theodora“ wurde in den 60iger Jahren wieder aufgewältigt und ist heute neben dem Stahlberger Erbstollen der einzig zugängliche.

Stollenmundloch der Grube Theodora am Kindelsbergpfad
Stollenmundloch der Grube Theodora am Kindelsbergpfad

Es folgt die Station 22, die Quelle „Jungbrunnen“, renaturiert vom SGV. Dann steigen wir hinab ins Zitzenbachtal und kommen zum 80 Jahre alten Naturfreibad Zitzenbach (Stat. 23). Zauberhafte Herbststimmugung ist hier am späten Nachmittag.

Naturfreibad Zitzenbach am Kindelsbergpfad
Naturfreibad Zitzenbach am Kindelsbergpfad

Wir erreichen die letzte Station (24), den Steinbruch Friedrichssegen mit der 1908 errichteten Hütte. Dann folgen wir dem Pfad links bergauf und kommen fast schon in der Dämmerung zum Parkplatz am Kredenbacher Krankenhaus.

Wandern auf den Kindelsberg
Wandern auf den Kindelsberg

Der Kindelsbergpfad ist eine wunderbare, abwechslungsreiche Wanderung mitten durch die Siegerländer Grubengeschichte. Die Einkehr und Turmbesteigung in der Mitte der Wanderung auf dem Kindelsberg machen die Wanderung „gemütlich“ und rund.

Die Stationen des Kindelsbergpfades bezeichnen alleine 11 historische Gruben, es sind sicher noch mehr, denn wir haben noch mehr verfallene Stolleneingänge gesehen und am Grubenlehrpfad oberhalb von Müsen gibt es weitere, teilweise mittelalterliche Bergwerke. Mir hat es Spaß gemacht, anhand des Flyers gleich einige Informationen zu haben.

Großer Stein mit geheimnisvollen Zeichen am Kindelsbergpfad
Großer Stein mit geheimnisvollen Zeichen am Kindelsbergpfad

Wir haben noch mehr wunderschöne Hütten, es gibt hier unglaublich viele Waldhütten, und rätselhafte Besonderheiten im Wald entdeckt, leider wissen wir nichts über ihre Geschichte.

Hütte am Kindelsbergpfad
Hütte am Kindelsbergpfad

Der Weg ist gut markiert, es gibt einige Varianten und Abstecher die neugierig machen, mehrfach sind wir ihnen gefolgt und wir haben dennoch immer wieder unser Wegzeichen gefunden. Auch für das Wandern mit Kindern ist diese Wanderung zu empfehlen, die Suche nach der nächsten Station kann zum Wettbewerb werden :-).

Auf dem Kindelsberg
Unser Wegzeichen über einer Bank am Kindelsberg.

Wanderzeichen: weißer Kringel im Kreis auf schwarzem Grund
Länge: ca. 14 km
Gehzeit: 5 -7 Stunden, je nach Lust, Abstecher und Pausenlänge

Links
Flyer und ausführliche Infos zu den Stationen auf der Website der Stadt Kreuztal r Link
Restaurant Kindelsberg r Link
Stahlbergmuseum Müsen r Link
Ferndorfer Hüttenverzeichnis r Link
Der Kindelsberg bei Wikipedia r Link

Die 24 Stationen des Kindelsbergpfades in der Übersicht:

1. Am Weinberg
2. Loher Weiher
3. Steinbruch „Am Witschenberg“
4. Grube „Brüche“
5. Waldpark „Brombach“
6. Feldmanns Tannen
7. Grube „Der Wildemann“
8. Grube „Stahlberg“
9. Martinshardt
10. Parkplatz Kindelsberg
11. Der Kindelsbergturm
12. Grube „Gottessegen“ u. Ernsdorfer Zeche
13. Rastplatz „Wilhelmsruh“
14. Grube „Strumpf“
15. Grube „Glücksanfang“
16. Die „Glücksanfanger Rötsche“
17. Grube „Jungermann“
18. Grube „Sonnenberg“ u. „Sonnenberger Rötsche“
19. Grube „Kuhlenberg“
20. Grube „Abraham“ u. „Friedrichshoffnung“
21. Grube „Theodora“
22. Quelle „Jungbrunen“
23. Naturfreibad Zitzenbach
24. Steinbruch „Friedrichssegen“

Wandern im Siegerland entlang spannender Grubengeschichte am Wegrand.

2 Gedanken zu „Wanderung auf dem Kindelsbergpfad im Siegerland

  • 20. Januar 2013 um 12:20
    Permalink

    Vielen Dank nach Ferndorf für diese Ergänzung :-)

  • 19. Januar 2013 um 13:27
    Permalink

    Auf dem großen Stein bei der Martinshütte haben sich die Erbauer und damaligen Anteilseigener aus Ferndorf von mit Ihren Initialen verewigt.
    (Die Hütte wurde 1906/07 erstellt und eingeweiht)

    mfg
    Reinhard Klein Ferndorf, Friedhofsweg 28

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