Wandern zum Fornogletscher

Wandern über den Fornogletscher im Oberengadin

Von Maloja zur Forno-Hütte [2574] ca. 4,5 Std
(Tourenbeschreibung von 2005)

Aktualisierung:
Im Juli 2013 wurde der Weg zur Hütte erneuert und vereinfacht.
Auf der Website der Forno-Hütte findet man eine Wegbeschreibung.

Von Maloja zum Cavloc-SeeDer Valdrec dal Forno kann als Talgletscher bei gutem Wetter von erfahrenden Bergwanderern ohne besondere Ausrüstung begangen werden. Vom Ortsausgang Maloja, kurz hinter dem Hotel Kulm, vor dem Maloja-Pass geht man links in den Wald, unterhalb des Piz Salecina, am Ferien- und Bildungszentrum Salecina r Link vorbei Richtung Cavloc-See [ca. 1 Std]. Beim Cavloc-See und kann Der Muretto-Passman die Milch der Ziegen-Alm kosten. Durch schönen Wald geht es weiter nach nach Plan Canin, hier ist das Kleinkraftwerk, wo das Wasser des Muretto-Baches und der Orlenga durch einen Druckstollen in den Albignastausee gepumpt wird (im Sommerhalbjahr bis zu 20 Mio. Kubikmeter).


Wilde Orlenga im Forno-Tal Hier gabelt sich der Weg, links über eine kleine Hängebrücke,
ist der Abzweig zum Muretto-Pass, einem alten Übergang nach Italien, die Grenze wurde noch bis in die 1970iger Jahre kontrolliert. An der Jagdhütte erinnert noch eine Aufschrift an die Flüchtlinge der Nazizeit, die über den Muretto aus dem faschistischen Italien in die sichere Schweiz kamen. Vom Gletscher ist noch nichts zu sehen, vor 100 Jahren ragte die Gletscherzunge aber noch bis kurz vor Plan Canin.

Forno-Gletscher mit Torrone-GruppeAb dort wandert man durch das wilde Val Forno zum Gletscher. Der Weg ist nun blau-weiss gekennzeichnet und steigt gemächlich an, ausser festen Schuhen und wetterfester Kleidung ist keine Ausrüstung von nöten. Das anfangs liebliche Tal wird immer steiniger, die Orlenga ist laut und reissend. In der schroffen Bergwelt läuft es sich gut über die großen weissen Granit-Blöcke. Zwischen den Abzweig Casnilpass Steinen wachsen die schönsten Alpenblumen. Das Licht ist durch die hellen Granitsteine bei sonnigem Wetter sehr grell. Links und rechts erheben sich steile, glatte Felswände. Aus dem Wiesental wandert man stetig in eine wüste Gletscherlandschaft.

Nun meint man schon, es geschafft zu haben, aber die Moräne des Gletschers muss erst noch Auf dem Forno-Gletscher erstiegen werden. Dann läuft man direkt auf den Gletscher zu. Die bizarren Felsen, die prächtige Torrone-Gruppe, am Ende des Fornotals rahmen den Talgletscher wie eine dramatische Kulisse ein. Der 40 m hohe Felszahn des Ago di Torrone ist das Wahrzeichen am Abschluss des Forno-Kessels.


Auf der Terasse der Forno-Hütte Unmittelbar am Fuß des Gletschers ist rechts der Abzweig zum Casnilpass,
über den man zur Albigna-Hütte und zum Stausee gelangt. Links geht es schräg hoch über den Forno Richtung Capanna del Forno [SAC 2574 m] . Der Weg über das Eis zur Hütte ist gut mit Eisenstangen gekennzeichnet. Es wird spürbar kälter, die Stimmung ändert sich. Das Wasser rinnt durch kleine Furchen, verschwindet in türkisen Eislöchern. Die Spalten des Forno-Gletschers sind schmal und gut zu erkennen. Aber ein bisschen Herzklopfen hat man schon auf dem Eis. Am linken Gletscherrand kommt nun der unangenehme Teil der Wanderung.

Valdrec dal Forno Der Fornogletscher ist in den vergangenen Jahren stark geschmolzen, die Kletterei durch das lose Geröll der Moräne am linken Gletscherand wird immer beschwerlicher und länger. Der Aufstieg zur Hütte dauert dann auch gut 1,5 Std, im gemächlichen Tempo, aber man wird belohnt. Oben gibts immer leckeren Kaffee und etwas zu essen, manchmal sogar Kuchen. Bei schönem Wetter hat man von der Terasse aus die herrlichste Aussicht auf den Gletscher, die Torrone-Gruppe Cima di Castello [3375 m] und den gegenüberliegenden Weg zum Casnilpass. Übernachten kann man hier natürlich auch. Nur eines ist Mangelware: Trinkwasser. Die Hüttenleute kochen das Wasser vor dem Trinken ab. Es gibt dort nur Schmelzwasser.

Seit 1850, damals hatten die Gletscher einen Höchststand erreicht, hat er ca. 1/3 seiner Fläche verloren [10,3 qm – 6,9 qm]. Und wie die Fachleute vorhersagen, wird die Gletscherschmelze in den nächsten Jahren durch die Klimaerwärmung stark zunehmen.

Toureninfo:
Gut markierte Wege, vor der Eröffnung des neuen
Hüttenweges [August 2006] schwieriger Anstieg zur Forno-Hütte.
Maloja: 1809 m
Plan Canin: 1982 m
Forno-Hütte: 2574 m

Gehzeit: ca. 8 Stunden
Höhenmeter: ca. 1600 m

Brücke für den neuen Weg zur Forno-Hütte 2006 Nachtrag: Im Sommer 2006 waren wir wieder bei unserem Lieblingsgletscher. Da der Hüttenweg durch den schmelzenden Gletscher immer mehr ins Rutschen kommt, wurde eine Brücke und ein neuer Weg zur Forno-Hütte gebaut, der im August eröffnet wird. Nun geht man vor dem Gletscher über die Orlenga auf die linke Seite und wandert dort oberhalb des Gletschers zur Hütte. Der Weg wird nun nicht mehr über das Eis führen. Ob die Moränen-Kletterei jetzt besser ist wollen wir nächstes Jahr ausprobieren.

Im Juli 2011 HolzbrückeNachtrag: Im Juli 2011 gab es diese Holzbrücke, der Anstieg zur Hütte ist nun fester und besser zu gehen. Der neue Weg durch die Felsen ist mit Stahlseilen abgesichert.

 

 

Im Juli 2013 wurde der Weg zur Hütte nochmals erneuert und vereinfacht. Auf der Website der Forno-Hütte findet man eine Wegbeschreibung.

 


Weiterführende Links

Forno-Gletscher bei Wikipedia Wandern im Oberengadin
Stiftung Salecina Wandern im Oberengadin
Fornohütte Capanna del Forno Wandern zur Forno-Hütte
Webcam auf der Forno-Hütte Wandern zur Forno-Hütte