Rheinsteig Kloster Heisterbach – Bad Honnef

Natur und Kulturgeschichte pur

Wandern auf dem Rheinsteig im Siebengebirge – bergauf und bergab

Rheinsteig Wandern Chorruine Heisterbach
Rheinsteig Chorruine Heisterbach

Wir sind an den Pfingsttagen unterwegs und es ist ganz ungewohnt heiß geworden. Mal sehen, wie weit die Kondition bei dieser Hitze reicht. Eine Siebengebirgs-Tour wollen wir machen!

Wir starten nach einer Besichtigung der wunderschönen Kloserruine Heisterbach zwischen Oberdollendorf und Heisterbacherrott bei Königswinter. 1192 gründeten Zisterziensermönche dort das Kloster Heisterbach. Wunderschön auch die alten imposanten Bäume im Park.

Klosterruine Heisterbach im Siebengebirge
Klosterruine Heisterbach im Siebengebirge

Nach dieser guten Einstimmung laufen wir los durch kühlen Mischwald zu unserem ersten „Gipfel“, zum Petersberg (331,1m). Kurz vor dem Gipfelplateau staunen wir über einen hohen Sicherheitszaun und Überwachungskameras mitten im Wald. Aber die Tore sind offen, wir können ungehindert weitergehen.

Blick vom Petersberg im Siebengebirge
Blick vom Petersberg im Siebengebirge

Hier oben machen wir auf der Terrasse des Hotels bei wunderbarer Aussicht die erste Rast im Schatten der kleinen Platanenbäumchen. Da wir nicht bedient werden, essen wir unser Proviant und freuen uns über den schönen Morgen und auf die Wanderung.
Der Petersberg war von 1949 bis 1955 Sitz der alliierten Siegermächte. Von 1955 bis 1969 und seit 1990 wieder wird das Hotel als Gästehaus und Konferenzort der Bundesrepublik Deutschland genutzt.

Hotel Petersberg im Siebengebirge
Grandhotel Petersberg im Siebengebirge

Dann geht es weiter, am Nonnenstromberg (335,3 m) und am Geisberg (323,7 m) vorbei. Links liegen lassen wir auch die Wolkenburg (324,0m), obwohl der Name so neugierig macht. Die Wolkenburg wurde 1118 errichtet, der Latitabbau, der bis 1900 betrieben wurde, hat die Reste der Burg zerstört und sogar den Berg Wolkenburg um 30 m abgetragen.
Im sehr netten Milchhäuschen stärken wir uns nochmal mit eiskalten Getränken. Das Laufen und Steigen fällt bei der Hitze doch recht schwer und hat uns durstig gemacht.

Blick auf die Drachenburg im Siebengebirge
Blick auf die Drachenburg im Siebengebirge

Bald haben wir einen ersten Blick auf das Schloss Drachenburg! Majestätisch steht das gut renovierte Schloss weit unterhalb der Ruine Drachenfels an der Kante zum Rheintal. Das Schloss Drachenburg wurde erst 1882 erbaut und diente als Wohnsitz für wechselnde Besitzer. Heute ist im Schloss ein Museum für Natuschutz und Gastronomie untergebracht.
Hier ist auch die Mittelstation der Drachenfelsbahn.

Drachenburg im Siebengebirge
Drachenburg im Siebengebirge

Die altbekannte Zahnradbahn transportiert seit 1883 die Touristen auf den Drachenfels.
Die Drachenfelsbahn ist die älteste und meistgenutze Zahnradbahn Deutschlands. Sie überwindet auf 1.520 Metern von Königswinter bis unter den Gipfel des Drachenfelses 220 Höhenmeter.
Kindheitserinnerungen werden wach. Die Esel, die es hier früher gab, konnten wir leider nicht entdecken, vielleicht hatten sie frei bei der Hitze.

Burghof bei der Drachenbu
ehem. Gaststätte Burghof bei der Drachenburg

Wir gehen am Burghof vorbei, der Burghof ist ein ehemaliges Wirtschaftgebäude, das 1904 zuletzt zu einem Berghotel umgestaltet wurde. Zur Zeit steht es leer, sicher wird es dort aber bald wieder Gastronomie geben – die Lage ist einfach zu schön! Rechts neben dem Haus am Pfad bergauf steht ein sehr beeindruckender Mammutbaum, der wohl von einem der Besitzer im Jahr 1854 gepflanzt wurde.

Blick vom Drachenfels Richtung Bonn
Blick vom Drachenfels Richtung Bonn

Und dann kommt der letzte Aufstieg zum Drachenfels (320,7m), allerdings über die Straße. Zuerst kommen wir zur Baustelle des neuen Drachenfels-Hotels. Dort gibt es eine etwas wackelige Aussichtskanzel aus Baugerüstteilen. Aber wir freuen uns darüber und machen Fotos vom Rheintal in alle Richtungen. Bei diesem klaren Wetter ist der Blick weit, bis Köln können wir schauen. Und natürlich gehen wir auch hoch zur Ruine, vorbei am Schlafenden Drachen in seinem Automat.

Drachenfels Blick Richtung Siebengebirge
Drachenfels Blick Richtung Siebengebirge

Die Burg Drachenfels wurde um 1150 fertigestellt und 1634 im 30jährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Der Name rührt wohl von der Sage her, nach der ein Drache dort im Drachenfels in einer Höhle gelebt hat.

Richtung Bad Honnef sehen wir die Löwenburg, unseren nächsten Gipfel. Das Rheintal mit der schönen Insel Nonnenwerth, dort gibt es ein Frauenkloster und ein Privatgymnasium, sieht sehr prächtig aus.

Drachenfels Blick Richtung Bad Honnef
Drachenfels Blick Richtung Bad Honnef Insel Nonnenwerth

Hier oben ist es schön kühl und windig, allerdings auch etwas laut und eng. Also machen wir uns wieder auf den Weg und steigen ab Richtung Rhöndorf. Hier gehen wir oberhalb des Waldfriedhofs am Dorf vorbei. In Rhöndorf hat Konrad Adenauer gelebt und sein Grab am Waldfriedhof ist heute noch als Rhöndorfer Sehenswürdigkeit erwähnt.

Wir sind recht tief gelandet und umso mehr müssen wir nun steigen, um die Ruine der mittelalterlichen Löwenburg (455 m) zu erreichen. Das schaffen wir mit gefühlt letzter Kraft. Und werden wieder belohnt mit herrlichen Weitblicken bis tief in die Eifel und weit über den Westerwald.

Löwenburg Blick weit über den Rhein und die Eifel
Löwenburg Blick weit über den Rhein und die Eifel

Da die Ruine eigentlich gerade gesperrt ist und auch nur zu Fuß erreichbar, sind wir in guter Gesellschaft weniger Wanderer.
Wir können uns schlecht trennen von diesem erhabenen Ort, werden aber in Honnef zum Abendessen erwartet und müssen ja auch noch den recht langen Abstieg bis ins Städtchen schaffen.

Löwenburg Blick Richtung Westerwald
Löwenburg Blick Richtung Westerwald

Also erkundigen wir uns nach dem kürzesten Weg und marschieren los. Der Wunsch nach Abkürzung hat uns allerdings etwas in die Irre geführt – in einem dichten Wald mit Ilexsträuchern haben wir uns ordentlich zerkratzt, bevor wir über das wildromatische, schluchtige Tretschbachtal nach Bad Honnef gelangten.

Streckenlänge: ca. 21 km

Links
Siebengebirge bei Wikipedia r Link
Kloster Heisterbach r Link
Informationen zum Petersberg r Link
Milchhäusschen r Link
Geschichte der Wolkenburg r Link
Virtuelles Heimatmuseum: Mammutbaum am Burghof r Link
Drachenfelsbahn r Link
Schloss Drachenburg r Link
Drachenfels
Löwenburg r Link

 

2 Gedanken zu „Rheinsteig Kloster Heisterbach – Bad Honnef

  • 10. September 2012 um 08:33
    Permalink

    Danke Bernd, für diesen Hinweis – Korrekturlesen ist immer hilfreich :-)

  • 9. September 2012 um 15:27
    Permalink

    Hallo Christine,

    heute erst komme ich dazu, Deinen Bericht über den Rheinsteig zu lesen. Du beschreibst die Sehenswürdigkeiten kurz und präzise. Gut finde ich auch die Links am Ende, um tiefer einzusteigen. Aufgefallen ist mir, dass Du die Bauzeit der Burg Drachenfels von 1167 bis 1167 angegeben hast. Die ist doch sicher nicht in einem Jahr fertig geworden, oder? Schöne Bilder!
    Liebe Grüße
    Bernd

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